Entstehung und Legende

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Die Heilige Birma

Dokumentiert ist, dass die Rasse bereits 1925 in Frankreich anerkannt und der erste Rassestandard festgelegt wurde.

Die Birma stammt wahrscheinlich aus einer Kreuzung von Siamesen, Angorakatzen und thailändischen Hauskatzen.
Fremde Rassen, wie z.B. Siamesen, Angora, Balinesen, Perser und Hauskatzen wurden ebenfalls eingekreuzt.

Die Legende der Heiligen Birmakatze

Vor langer, langer Zeit befand sich am Fuße des gewaltigen Lugh Gebirges der große Tempel Lao-Tsun. In ihm lebte der sehr ehrwürdige Priester Mun Ha. Man sagte sein langer, goldener Bart sei vom Gotte Song Hoi persönlich geflochten worden.

Wie alle Kittah-Mönche in jenem Tempel, hatte auch Mun Ha sein Leben und Denken ganz der Göttin Tsun Kyankze geweiht. Jedoch war Mun Ha der Ehrfurchtsvollste von allen Kittahs in diesem Tempel.
Die Göttin mit den saphirblauen Augen wurde als Göttin der Seelenwanderung verehrt. Durch sie lebte jeder gläubige Mönch nach seinem Tod im Körper eines geweihten Tieres weiter.

Der Priester Mun Ha hatte einen Kater, den er Sinh nannte. Dieser Kater hatte einen weißen Körper und bernsteingelbe Augen. Seine Ohren, Nase, Schwanz, Pfoten und Beine waren dunkel wie der Boden. Sie waren das Zeichen der Unreinheit und des Schmutzes all dessen, was den Boden berühren kann oder berührt.

Eines Tages griff ein feindlicher Stamm aus Siam die umliegenden Dörfer des Tempels an, so dass auch Gefahr für die Kittah-Mönche bestand.
Gerade zu diesem ungünstigen Zeitpunkt verstarb der ehrwürdige Mun Ha. Zurück blieben sein treuer Kater Sinh und die verzweifelten Kittahs, die nun ohne Führung waren.

Doch da geschah ein Wunder: Um den Tempel vor den Eindringlingen zu retten, vollzog die Göttin Tsun Kyankze eine Seelenwanderung in den Kater Sinh. Dieser sprang zuerst auf den Thron und von dort weiter auf das Haupt des soeben verstorbenen und in sich zusammen gesunkenen Priesters.

Unverwandt blickte der Kater auf die Statue der goldenen Göttin mit den Saphiraugen. Plötzlich wurden die Augen des Katers dunkelblau, wie die der Göttin, und sein Fell färbte sich goldgelb. Seine Pfoten, mit denen er den geweihten Körper seines verstorbenen Herrn berührte, wurden weiß. Sie bezeugten die Reinheit, mit welcher der Priester der Göttin gedient hatte.

Nun wendete Sinh seinen Blick von der Göttin ab und blickte auf das Südtor. Diesen Wink verstanden die verunsicherten Mönche. Sie schlossen die schweren Bronzetore des Tempels, ehe die ersten feindlichen Angreifer eindringen konnten. Der Tempel war gerettet.

Sieben Tage blieb Sinh bewegungslos auf dem Thron, immer seine Augen auf die Statue der Göttin gerichtet. Dann starb er und nahm die Seele von Mun Ha mit sich. Mun Ha ging ein in das große Paradies. Er brauchte nicht zurück auf diese Welt, denn er war vollkommen.
Weitere sieben Tage später sollte der Nachfolger Mun Ha's gewählt werden. Alle Mönche versammelten sich vor der Statue der Göttin, deren Hilfe sie für die bevorstehende Wahl erbaten.

Noch während sie im Gebet vertieft waren, kamen alle Katzen des Tempels herbei. Alle hatten nun ein goldgelbes Fell und ihre Augen waren dunkelblau geworden. Als Zeichen der Reinheit trugen sie an allen vier Füßen weiße Pfoten.

Lautlos umringten die Katzen den jüngsten der Kittah-Mönche und bestimmten ihn somit zum Nachfolger des Priesters Mun Ha. Die Seelen der verstorbenen Kittahs, die in den Katzen weiterlebten, hatten auf diese Weise ihre Wahl kundgetan.

Stirbt eine heilige Katze im Tempel Lao Tsun, so nimmt sie die Seele eines verstorbenen Kittahs mit, die nun für immer einen Platz im großen Paradies an der Seite des Gottes Song Hoi, dem Gotte alles Goldenem, einnimmt. Aber wehe dem, der eine solche Katze tötet - er wird tausend Qualen erleiden, bis die Seele, die in dieser Katze wohnte, ihm verzeiht.

"Die Heilige Birmakatze" von Claudia Ricken